VI - Unerwartete Hilfe

“Sie kamen plötzlich aus dem Dschungel, nicht schnell oder heimlich, sondern mit flammenden Kanonen und lautem Gebrüll. Die meisten von Ihnen haben nicht mal auf Deckung geachtet..
Wir organisierten eine Verteidigungslinie. Das wäre auch effizient gewesen, wenn wir nicht hoffnungslos unterbewaffnet gewesen wären. Die Morats rissen ganze Wände mit ihrer Bewaffnung ein. Und dann noch diese Käfer. Ich hasse diese Käfer. Mit schrillem Geschrei waren sie plötzlich unter uns. Zum Glück sterben die schneller, als Morats.
Die rechte Flanke hätten wir sogar halten können, aber die linke… Diese laufenden Panzer haben jegliches Feuer einfach weggesteckt und mit Waffen zurückgeschossen, die normale Menschen auf TAGs montieren.
Dann kam aber das vielleicht merkwürdigste des Tages. Aus dem Nichts tauchte dieses panOceanische Shuttle auf. Es landete direkt hinter den Aliens. Ich weiß nicht, ob das tapfer oder dumm war. Auf jeden Fall haben sie es tatsächlich geschafft, den Angriff der Aliens zum Halten zu bringen. Die Morats wussten, dass sie jetzt in der Unterzahl waren. Aber die haben einfach weitergekämpft, bis zum letzten Mann. Scheint so, als ob die Kapitalisten auch einige Soldaten verloren hätten. Jedenfalls sind sie jetzt hier und können erst wieder weg, wenn ihr Shuttle repariert ist.”

Liu Chang wartete nervös auf eine Antwort des Generals über seinen Bericht. Eine Zeit lang kam nur Rauschen. Wenn der General so lange nachdenkt, kann das nicht gut sein, dachte Chang.
Dann endlich: “Ich habe verstanden und werde darüber nachdenken. Zusätzlich werde ich euch eine kleine Einheit zur Verstärkung schicken. Bietet den PanOs Gastfreundschaft und Aufenthaltsraum, auch wenn euch das missfällt. Manchmal müssen wir tun, was die Ehre verlangt, nicht was unser Geist uns sagt.”
“Verstanden, General! Für den Kaiser!”
Liu Chang drehte sich zu seinem Untergebenen um: “Zeigt den Gästen einen Platz für ihr Quartier… Und verdoppelt die Wachen.”


Lange Zeit stand der Erlöser nur reglos da, den kauernden Shasvastii vor sich komplett ignorierend. Der Umbra-General hatte keine Nachricht von der Morateinheit erhalten, die er in den Dschungel gesandt hatte. Wenn sich ein Morat nicht meldet, dann ist er tot. Daher hatte er einen Scout hinterher gesandt.
Die Nachricht, dass die Menschen dort im Dschungel eine kleine Allianz erschaffen hatten, war unerwartet, wenn auch nur eine Frage der Zeit. Zudem waren Allianzen unter so egoistischen Wesen wie Menschen lediglich temporär.
Neue Ideen wanderten durch seinen fremdartigen Verstand. “Bring mir die Nachtklingen, dann kehre zu deinen Artgenossen zurück”, zischte der Umbra. Der Shasvastii huschte augenblicklich davon in den Schatten, froh aus der Gegenwart des Erlösers entkommen zu können.
Der Umbra setzte sich auf seinen Thron aus schwarzem Stahl. Gedankenversunken blickte er auf die Holokarte neben seinem Thron. Der ganze Kontinent war ein einziges Kriegsgebiet. Hunderte Symbole unterschiedlicher Arten waren dort zu sehen, manche in Bewegung, manche starr, manche blinkend. Mit einem Blick erfasste er alle Details darauf, auch weil er die Karte Paradisos schon etliche Male betrachtet hatte. Ein kleines rotes Symbol war, was er gesucht hatte. Mit einem Gedankenimpuls lud er die Koordinaten auf ein Interface, damit er es seinen beiden Besuchern zeigen könnte…

VI - Unerwartete Hilfe

Kaltstart Tyrion1337