V - Chaos im Hangar

Im ganzen Hangar schellten die Alarmsirenen. PanOceania war nicht gerade heimlich gelandet. Die Zielobjekte waren lokalisiert und die Nomadtruppen gesichtet. Ohne zu zögern ordnete Seneschall Sturmbrandt einen Großangriff an.


Die Nomads gerieten schnell unter schweres Feuer. Zum Glück hatten sie sich eine gute Position mit viel Deckung ausgesucht. Ellie Lodge beobachtete den feindlichen Ansturm. So schnell. So wild. So rücksichtslos. Ganz nebenbei bediente sie ihr Hacking Device und lud neue Software auf ihre Sputniks hoch. Sie hoffte, dass diese Corregidorschläger zumindest rechtzeitig eintreffen würden.


Die Hangartür glitt auf und Seth platzte in den Hangar. Sein Gecko lief auf Hochtouren, während er Richtung Kampflärm sprintete. Sein Truppen strömten hinter ihm in den Hangar.
Eine Explosion im Zentrum lies ihn kurz innehalten. Im nächsten Moment erloschen die Lichter im ganzen Areal. Über sein Helmdisplay erhielt er Informationen von seinen Hackern über die Explosion. Ein Generator war ausgefallen. Sollten weitere ausfallen, konnte das größere Bereiche des Schiffs betreffen. Der nächstgelegene zu seiner Position war in den Tunneln direkt unter ihm. Mit einem Blick zur Seite sah er den Treppenschacht. “Sollen die Männer sich mit dem Kampf hier befassen. Der Captain hat befohlen, das Schiff am Laufen zu halten, also tue ich das..”, grummelte er und machte sich auf den Weg nach unten.


Der ganze Hangar war von Kampflärm erfüllt, als Karim und seine Kameraden dort ankamen. Johns Vorahnungen waren wiedereinmal richtig gewesen. Hier wurde es langsam zu bunt, Zeit zu verschwinden. In dem Moment verschwand Johns Icon vom Display. Alles konnte der gute alte John wohl doch nicht voraussehen, dachte sich Karim. “Vorrücken und alles eliminieren, was sich bewegt. Die Fluchtkapseln sich fast in Reichweite.”


Karims Sekbanteam hatte bereits die Hälfte seiner Männer verloren. Immerhin zierten mehrere tote Nomads und eine rauchende Drohne seinen Weg. Direkt voraus registrierte er feindliche PanO Truppen. Bis jetzt war es zwischen den beiden Parteien noch nicht zu einem Schusswechsel gekommen, vielleicht konnte das so bleiben. Karim orderte sein Team nach links durch eine kleine Tür. Außer ihnen war niemand mehr vom Einsatzkommando am Leben. Das würde dem Boss nicht gefallen…
Scharfschützenbeschuss riss ihn aus seinen Gedanken, während der Sekban vor ihm durchlöchert wurde. Karim und sein letzter Gefährte Raul sprangen in Deckung. Er gab ein paar Feuerstöße in Richtung Scharfschütze ab, aber ohne Wirkung. Er scannte sein Umfeld nach einem weiteren Ausweg. Indem Moment kam ein Feind links von ihm in Sichtweite. Karim wirbelte noch herum, die Waffe im Anschlag. Dann trafen ihn Kugeln und alles wurde schwarz.


Der PanO Angriff wurde langsam mit koordiniertem Gegenfeuer zurückgedrängt. Was maßen die sich auch an, hier einfach mit Explosionen und Zeug aufzutauchen?, dachte sich Ellie. Sie orderte ihre Truppen in die Gegenoffensive, als sie eine Nachricht erhielt. Verschlüsselter Kanal direkt von Tunguska. Wie zur Hölle sollte jemand über die Entfernung auf ihr Headset zugreifen können!? +SÖLDNERTRUPPEN BESITZEN WICHTIGES OBJEKT. DRINGEND SICHERSTELLEN. VERBÜNDETE WENN NÖTIG ELIMINIEREN.++
Ellie stutzte. Die Nachricht trug das Zeichen des tunguskischen Oberkommandos. So sehr sie das auch verwirrte, es war besser, der Nachricht zu folgen, als das Oberkommando zu ignorieren. Sie tippte neue Angriffsbefehle für die verbliebene Sputnik in ihr Hacking Device.


Seth bewegte sich langsam durch die Korridore. Irgendwer war noch hier. Er hatte vorhin kurz Waffenfeuer gehört und dann eine schneidende Energieklinge. Der andere machte auch kein Geheimnis aus seiner Position. Schnellen Schrittes kam er näher. Seth bog um die Ecke und sah einen Offizier des deutschen Ordens auf sich zukommen. Hinter ihm im Gang lagen Leichen.
Sturmbrandt erkannte sofort, dass er einen wichtigen Gegner vor sich hatte. “Mein Name ist Manuel Sturmbrandt, Seneschall des heiligen Deutschen Ordens. Im Namen Gottes: Ich fordere dich zum Duell.”
“Dann zeig was du kannst, kleiner Ritter”, antwortete Seth grinsend und lud seine Shotguns durch. Sturmbrandt stürzte auf ihn zu, seine Klinge erwachte zischend zum Leben. Er duckte sich unter der ersten Schrotladung hindurch, wich er zweiten aus, indem er sich von der Wand abstieß und ließ sein Schwert in großem Bogen auf den TAG herabfahren. Seth sprang mit aller Kraft rückwärts, allerdings nicht schnell genug. Die Klinge durchschnitt Servostränge an seinem rechten Bein. Sein Gecko begann zu taumeln. Bevor die Ersatzsysteme einspringen konnten, verwandelte er sein Taumeln in einen Hechtsprung zur Seite, da Sturmbrandt bereits den nächsten Schlag ausführte. Seth krachte schwer gegen die Tunnelwand und hinterließ eine große Delle. Schon stürzte der Teutone wieder auf ihn zu. Knurrend stieß sich Seth von der Wand ab, direkt auf seinen Gegner zu. Er ließ seine rechte Waffe fallen, drehte sich leicht und biss die Zähne zusammen. Die Templerklinge drang tief in seine rechte Schulter ein. Schmerz und Schadensanzeigen überrollten Seth. Mit einer scharfen Rechtsdrehung schleuderte er den Ritter gegen die Wand und drückte den Klingenarm mit seiner Masse fest. Einen Moment lang starrten sich die beiden Kontrahenten in die Augen. “Mag sein, dass dein Gott da draußen regiert. Aber auf diesem Schiff, in diesen Tunneln gibt es nicht für euch. Nur mich.” Mit diesen Worten feuerte Seth seine andere Shotgun aus direkter Nähe auf den Seneschall ab. Sturmbrandt gab keinen Laut von sich. Seth sah nur das lodernde Feuer seines Hasses in dessen Augen brennen. Der Nomad löste sich von seinem Gegner und Sturmbrandt sank zu Boden, seine Brust eine einzige Ruine. Kopfschüttelnd machte sich Seth auf den Rückweg. Der Templer starrte ihm hasserfüllt hinterher…


Karim lag schwer atmend auf dem Boden. Ohne Hilfe würde er sterben, das wusste er. Der Nachteil, wenn man selbst der Arzt im Team ist. Die Schlacht war vorbei. So wie es aussah, hatten die Nomads gewonnen. Dann kam ein TAG in Sicht,. Er sah beschädigt aus. Eine gefühlte Ewigkeit lang starrten die Visoren des Geckos ihn an. “Du bist Arzt”. Das war eine Feststellung, keine Frage. Karim nickte schwach. “Ihr Haqqs seid gut, in dem was ihr tut. Heute ist dein Glückstag: Du hast gerade einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben.” Mit diesen Worten stampfte der TAG davon. Als Karim wieder schwarz vor Augen wurde, sah er noch Alguaciles auf sich zukommen, die ihn vom Feld trugen.Irgendwie waren ihm diese Gesichter vertraut..


V - Chaos im Hangar

Kaltstart Tyrion1337